GEGRÜNDET IM JAHRE 1905
Im Jahre 2005 beging das Institut für Germanistik der Universität Bukarest feierlich sein 100jähriges Jubiläum: 1905 wurde es als im damaligen Rumänien erste universitäre Unterrichtsstätte gegründet, in der die deutsche Sprache und Literatur institutionell gelehrt wurde. Die seit einem Jahrhundert gepflegten Traditionen und die dabei erworbene reiche Erfahrung haben in den Sektionen für deutsche Sprache, deutsche Literatur und deutsche Kultur ihren Niederschlag gefunden, in denen vor allem eine hohe sprachliche Kompetenz angestrebt wird. Diese geht mit der Vermittlung und Aneignung kulturell-zivilisatorischer Entwicklungsprozesse aus Deutschland und Österreich Hand in Hand. Zugleich wird auch der Sprache und Kultur der in Rumänien ansässigen deutschen Minderheit die ihr gebührende Aufmerksamkeit geschenkt.
Die am Bildungsprozess beteiligten Kulturleute unseres Instituts – Kulturvermittler, Gründer germanistischer Forschungsrichtungen in Rumänien – haben im Laufe der Zeit, unter anderem auch durch die Veröffentlichung zahlreicher Studien, Lehrwerke, Übersetzungen, Wörterbücher und Beiträge wichtige Grundlagen für das Studium der Germanistik in Rumänien geschaffen. Zur Zeit unterliegt die Curriculum- und Unterrichtsgestaltung einem Modernisierungsprozess, der unser Institut für Germanistik den ständig wachsenden Herausforderungen einer ökonomisch, sozial und kulturell dynamischen Gesellschaft anpassen soll. In diesem Sinne wird auch die Zusammmenarbeit mit internationalen Bildungsstätten immer enger und der Erfahrungsaustausch im Rahmen von Socrates-, Erasmus- und CEPUS-Programmen immer reger gestaltet.
In den Studienjahren III und IV besteht eine Gruppe der Abteilung Übersetzer, Dolmetscher und Terminologen, die von Anfang an Anschluss an die bedeutenden Hochschuleinrichtungen dieses Bereichs gefunden hat. Seit 2004 beteiligt sich der Lehrstuhl an der neuen Sektion für Übersetzer-Dolmetscher-Terminologen mit einer Studiendauer von 3 Jahren. Seit 2006 wurde neben der Neben-Fachrichtung (B) Niederländisch auch das Hauptfach (A) Niederländisch ins Angebot des Instituts aufgenommen. Zu den Fachrichtungen gehört traditionell auch das Nebenfach (B) Schwedisch.
Gastlektoren aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden/Belgien und Schweden wirken bei der Gestaltung der Lehrveranstaltungen wesentlich mit.
Magisterlehrgänge vertiefen die Fachkenntnisse und orientieren die germanistische Forschung auf Interdisziplinarität und Interkulturalität.
Im gleichen Sinne werden auch die Doktoranden in den Bereichen Linguistik, Literaturwissenschaft und Didaktik des Deutschunterrichts betreut, so dass die wertvollen Traditionen der rumänischen Forschungsschule auch in dieser Hinsicht fortgesetzt und an die heutigen Ansprüche angepasst werden.
Gegenwärtig wurden bereits die an das europäische Bildungssystem und aufgrund eigener Erfahrungen angepaßten Lehrpläne eingeführt, deren Grundlagen durch die viel diskutierten Bologna-Beschlüsse gelegt wurden. [Siehe auch: http://www.ggr.ro/mittbuka.htm ]
Bibliografie:
1. Beiträge zur Geschichte der Germanistik in Rumänien (I). Herausgegeben von George Guþu und Speranþa Stãnescu. Editura Charme-Scott, Bukarest 1997 (320 S.) ISBN 973-96538-10 [http://www.ggr.ro/inh4ggr.htm]
2. Zur Geschichte der Germanistik in Rumänien (II). Der Bukarester Germanistiklehrstuhl. Hgg. v. George Guþu und Doina Sandu. Editura Universitãþii din Bucureºti (Verlag der Universität Bukarest), Bukarest 2005 (354 S.) ISBN 973-596-255-1 [http://www.ggr.ro/GGRB15.htm]